Hier finden Sie die Programmübersicht zu den 40. Jüdischen Kulturtagen München 2026.
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Seit 40 Jahren setzen die Jüdischen Kulturtage München ein Highlight im Münchner Kulturherbst und geben Einblicke in die Vielfalt und den Reichtum der jüdischen Kultur und Tradition. Für das Programm 2026 konnte die Gesellschaft zur Förderung Jüdischer Kultur und Tradition e. V. München renommierte Vertreter der internationalen Kulturszene für einen Beitrag zu diesem Festival jüdischen Lebens gewinnen.
So setzt das Kulturfest in unserer Münchner Stadtgesellschaft ein festes Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit dem jüdischen Leben in unserer Stadt und gegen Antisemitismus.
16. Oktober 2026
(Münchner) Verkehr
Eine choreografische Versuchsanordnung nach Valeska Gert von Marie Schleef
Premiere: 20:00 Uhr
Therese-Giehse-Halle / Münchner Kammerspiele, Falckenbergstraße 1, 80539 München
Ein Unfall mitten auf einer Straßenkreuzung! Die Ikone des expressionistischen Tanzes und ehemaliges Ensemblemitglied der Kammerspiele, Valeska Gert, tanzt im Jahr 1926 den Großstadtverkehr – nur ein paar Jahre bevor sie Deutschland verlassen musste. Genau 100 Jahre später greift Marie Schleef nun gemeinsam mit ihrem Team sowie 3 Spieler*innen des Ensembles Valeska Gerts Beobachtungen zum Verkehr auf und überträgt sie in die Gegenwart. Es entsteht eine choreografische Versuchsanordnung sowie ein Denkmal für eine Künstlerin, die mit ihrem Wirken durch die Zeiten hindurch alle Vorstellungen von Körpern, Geschlecht und Identität sprengt und ein Neudenken inspiriert.
Weitere Termine: 19., 27., 29. und 31. Oktober sowie 7., 12. und 14. November 2026, jeweils mit Einführung und Nachgespräch.
Eintritt: 30 € / unter 30 Jahren jede Platzkategorie: 12 €
Weitere Informationen und Tickets: Münchner Kammerspiele
21. Oktober 2026
Play Auerbach!
Eine Münchner Erinnerungsrevue von Avishai Milstein
20:00 Uhr (Einführung um 19:30 Uhr)
Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele, Maximilianstraße 26–28, 80539 München
Kennen Sie Philipp Auerbach? Der erfolgreiche Unternehmer überstand Auschwitz, er wurde 1945 in München von den Amerikanern als „Staatskommissar für rassisch, politisch und religiös Verfolgte“ eingesetzt. Für viele war er eine Art „Messias“, der überlebenden Juden*Jüdinnen zur Ausreise nach Israel verhalf. Autor Avishai Milstein, 1964 in Tel Aviv geboren, konfrontiert uns mit bitterbösem Humor mit unserem eigenen Versagen und Vergessen. In einer näheren Zukunft, in der es so gut wie kein jüdisches Leben in Deutschland mehr gibt, aber eben auch keine Theater, probt eine Antisemitismusbeauftragte an einer „Auerbach-Gedenkrevue“.
Weitere Termine: 30. Oktober 2026, 20:00 Uhr (anschließend Nachgespräch), sowie 6. November 2026, 20:00 Uhr (Einführung um 19:30 Uhr).
Eintritt: 30–54 € / unter 30 Jahren jede Platzkategorie: 12 €
Tickets: Münchner Kammerspiele
29. Oktober 2026
„Gemeinsam im Klang der Kultur“ – Eröffnungsfestakt
Konzert: Kantor Chaim Stern, Münchner Rundfunkorchester mit Dirigent Tomer Adaddi
Literarische Lesung: Sunnyi Melles
19:30 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr)
Cuvilliés Theater München, Residenzstraße 1, 80539 München
Seit 40 Jahren präsentiert die Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition unter dem Vorsitz von Judith Epstein mit den Jüdischen Kulturtagen ein Highlight im Münchner Kulturherbst und gibt Einblicke in die Vielfalt und den Reichtum der jüdischen Kultur und Tradition. Für das Jubiläums-Programm 2026 konnten auch dieses Jahr wieder renommierte Vertreter der jüdischen und Münchner Kulturszene für einen Beitrag zu diesem Festival jüdischen Lebens gewonnen werden. So setzt das Kulturfest in unserer Münchner Stadtgesellschaft unter dem Motto „Gemeinsam im Klang der Kultur“ ein festes Zeichen der Verbundenheit und Toleranz mit dem jüdischen Leben in unserer Stadt und gegen Antisemitismus.
Ehrengast: Karin Baumüller-Söder
Begrüßung: Judith Epstein, Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e. V.
Grußworte: Georg Eisenreich, MdL, Bayerischer Staatsminister für Justiz, Dominik Krause, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Dr. h. c. mult. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (angefragt)
Moderation: Gil Bachrach, Vorstandsmitglied der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e. V.
Musik: Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Dirigent Tomer Adaddi, „Von Jerusalem bis München“: Potpourri jüdischer & chassidischer Melodien
Eintritt: 9 € / 5 € für Schüler, Studierende, Rentner
Tickets: München Ticket
10. November 2026
BLOCK 10 – Filmscreening & Artist Talk
Mit der Holocaust-Überlebenden Eva Umlauf, Produzentin/Autorin Dr. Alice Brauner und Regisseur Marcus O. Rosenmüller
19:00 Uhr
Hochschule für Fernsehen und Film München, Audimax, Bernd-Eichinger-Platz 1, 80333 München
Der Film „Block 10“ widmet sich einem der dunkelsten Kapitel der NS-Medizingeschichte. Im Konzentrationslager Auschwitz wurde 1943 der sogenannte Block 10 als Ort medizinischer Experimente an jüdischen Frauen eingerichtet. Hunderte Frauen wurden dort Opfer menschenverachtender und brutaler medizinischer Versuche. Der Film macht die Geschichte dieses Ortes und das Schicksal der Frauen sichtbar und schafft Raum für Erinnerung, Verantwortung und die Bedeutung des Gedenkens. In den Hauptrollen: Christian Berkel, Axel Prahl, Moritz Führmann, Johannes Zirner und Bibiana Beglau.
Begrüßung: Judith Epstein, Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e. V., Prof. Dr. C. Bernd Sucher, Vorstandsvorsitzender der Liberalen Jüdischen Gemeinde München e. V., Daniel Sponsel, Präsident der Hochschule für Fernsehen und Film München
Grußworte: Mona Fuchs, 2. Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, und Marek Wiechers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München
Filmtalk: Alice Brauner, Drehbuchautorin und Produzentin von „Block 10“, Marcus O. Rosenmüller, Regisseur von „Block 10“, und Ehrengast Eva Umlauf
Moderation: Adrian Prechtel, stellvertretender Leiter der Kulturredaktion der Abendzeitung
In Kooperation mit der Liberalen Jüdischen Gemeinde München Beth Shalom e. V.
Eintritt: kostenlos
Anmeldung: info@juedischekulturmuenchen.de
Die Teilnahme ist nur mit schriftlicher Rückbestätigung möglich.
15. November 2026
„Antisemitismus in den Medien“ – Kulturtage-Talk
16:00 Uhr
Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, 80333 München
Moderation: Gil Bachrach, Vorstandsmitglied der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e. V.
Im Gespräch: Philipp Peyman Engel, Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen, Sascha Chaimowicz, Chefredakteur ZEITmagazin, Dorothea Schupelius, Moderatorin und Politikreporterin WELT Fernsehen, Jan Fleischhauer, Journalist, Kolumnist und Autor (u. a. für Spiegel & Focus)
Wie wird jüdisches Leben in Deutschland heute in den Medien dargestellt? Welche Rolle spielen Sprache, Bilder und Berichterstattung bei der Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden – und wo beginnt die Reproduktion antisemitischer Stereotype? Beim Kulturtage-Talk diskutieren Medienschaffende über die Verantwortung der Medien, den Umgang mit antisemitischen Narrativen und den Einfluss sozialer Medien auf öffentliche Debatten. Dabei geht es um unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven sowie um die Frage: Wie kann eine differenzierte, verantwortungsvolle und respektvolle Berichterstattung über jüdisches Leben gelingen?
Eintritt: 9 € / 5 € für Schüler, Studierende, Rentner
Tickets: München Ticket
20. und 21. November 2026
Rabbithole
Ein Triptychon zum NS-Unrecht von Martin Valdés-Stauber
20. November, 20:30 Uhr / 21. November, 19:30 Uhr (mit Nachgespräch im Anschluss)
Werkraum / Münchner Kammerspiele, Hildegardstraße 1, 80539 München
Frangiskos Kakoulakis lädt in den Werk*raum. Das Ensemblemitglied tritt auf die Bühne und erzählt, wie er sich in den vergangenen Jahren mit den Patient*innenmorden der Nazis befasst hat. Das Thema lässt ihn nicht mehr los. Kakoulakis, der mit Trisomie 21 lebt und seit 2020 im Ensemble der Kammerspiele ist, sucht den Austausch und zieht das Publikum mit ins Rabbithole.
Er schafft einen Raum, der auch Anderen erlaubt, ihre Auseinandersetzung mit dem NS-Unrecht zu teilen. Allmählich ergibt sich ein Kaleidoskop aus Verfolgung und Widerstand, Verstrickung und Mittäterschaft. Der Abend fragt: Wie verändert sich Erinnerungskultur in einer Gesellschaft, die ihre eigene radikale Vielfalt anerkannt hat?
Weitere Informationen und Tickets: Münchner Kammerspiele
22. November 2026
DENKRAUM DEUTSCHLAND – Ausstellungseröffnung „TABU. Kunst, Gesellschaft und Verdrängung“
Mit Beiträgen von 20 Künstler*innen, u. a. Jan Kuck
12:00 Uhr
Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, 80333 München
Unter dem Titel „TABU. Kunst, Gesellschaft und Verdrängung“ widmet sich der DENKRAUM DEUTSCHLAND 2026 einem der herausforderndsten Themenkomplexe des gesellschaftlichen Miteinanders. 20 Künstler*innen, die sich mit Religion, Rassismus, psychischer Gesundheit, Krankheit und Tod sowie weiteren gesellschaftlichen Tabus auseinandersetzen, treten sowohl mit Expert*innen unterschiedlichster Fachrichtungen als auch mit dem Publikum in den Dialog. Die Ausstellung wird in der Pinakothek der Moderne bis zum 13. Dezember 2026 gezeigt.
Der Beitrag von Jan Kuck für den DENKRAUM DEUTSCHLAND wird unterstützt vom C.H.BECK Verlag, der Ilse Blank-Metzger-Hesselberger Stiftung, dem Förderverein und Freundeskreis NS-Dokumentationszentrum München e. V. sowie von Susanne Zehm.
Es sprechen: Prof. Dr. Angelika Nollert, Direktorin Die Neue Sammlung, Miro Craemer, Kurator und Schirmherr des DENKRAUM DEUTSCHLAND 2026, Judith Epstein, Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e. V., Dr. Christine Burger-Disselkamp, EY
Anmeldung: info@juedischekulturmuenchen.de
24. November 2026
Klangreise zwischen Erinnerung und Zukunft
Ein musikalisch-literarischer Abend mit Christina Biwank, Anne Schätz und C. Bernd Sucher
19:30 Uhr
Gasteig HP8, Saal X, Hans-Preißinger-Straße 8, 81379 München
Begrüßung: Judith Epstein, Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e. V., und Prof. Dr. C. Bernd Sucher, Vorstandsvorsitzender und Gemeinderat der Liberalen Jüdischen Gemeinde München Beth Shalom e. V.
Grußwort: Dr. Ludwig Spaenle, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe
Ein besonderes Kammerkonzert: Die Solobratschistin der Dresdner Philharmoniker Christina Biwank und die Münchner Pianistin Anne Schätz spielen Werke jüdischer Komponistinnen der letzten 200 Jahre. Ein musikalischer Raum, der sowohl Entdeckungen ermöglicht als auch ein bewusstes Zeichen für ein lange überhörtes Repertoire setzt und den Blick für ein reiches musikalisches Erbe schärft.
Programm: Sonate Op. 11 von Helene Liebmann, Sonate Concertante von Ruth Schönthal, Old Time Burlesque von Vally Weigl, Ballade in f-Moll von Minna Keal und „Reflections on a Niggun“ von Sarah Feigin. Prof. Dr. C. Bernd Sucher liest Passagen aus seinem Buch „Rahels Reise“.
In Kooperation mit der Liberalen Jüdischen Gemeinde München Beth Shalom e. V.
Eintritt: 9 € / 5 € für Schüler, Studierende, Rentner
Tickets: München Ticket






































