Ausschreibung Simon-Snopkowski-Preis 2018

Der Simon-Snopkowski-Preis 2018 für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung der jüdischen Geschichte und des Holocaust in Bayern wird am 19. Juli in der Münchner Residenz verliehen. Der Preis wird insbesondere an jugendliche Forscher und Schulklassen vergeben.

Bewerbungen sind zu richten an das

Bayerische Staatsministerium für
Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Referat III.3
Salvatorstraße 2
80333 München

Einsendeschluss: 30. April

Näheres zum Simon-Snopkowski-Preis

Nachtrag zu den 6. Jüdischen Filmtagen

Friedenspreis des Deutschen Films für „Paradies“

Wir freuen uns, dass der Film “Paradies”, mit dem die 6. Jüdischen Filmtage im März d.J. eröffnet wurden, auf dem Münchner Filmfest mit dem Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke – (Bernhard-Wicki-Gedächtnis-Fonds) ausgezeichnet wurde. Regisseur Andrei Konchalovsky erhielt den Ehrenpreis, Hauptdarstellerin Julia Vysotskaya den Schauspielerpreis.

2016 wurde der Film bereits mit dem Silbernen Löwen auf den 73. Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet.

Seite zum Film

Mehr zum Friedenspreis

Hinweis auf eine Neuerscheinung

Versteckt unter der Erde –
Die Überlebensgeschichte der Familie Kasten

von Dina Dor-Kasten

Herausgeberin: Ruth Snopkowski
erschienen im Metropol-Verlag Berlin
mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e.V.
ISBN 978-3-86331-299-2

Buchvorstellungen für Bildungsinstitute buchbar unter juedischekulturmuenchen@t-online.de

Details…

Die 6. Jüdischen Filmtage München im Rückblick

Das überwältigende Publikumsinteresse an der Preview des neuen Films „Paradies“ machte zur Eröffnung der 6. Jüdischen Filmtage am Sonntag, 12. März gleich eine zweite Vorstellung nötig. Die realistisch nachgestellten Szenen aus dem 2. Weltkrieg, unterstützt durch die Schwarz-Weiß-Technik, lösten bei den Premierengästen eine starke Betroffenheit aus. Sharon Ryba-Kahn, die alle Filmgespräche moderierte, unterhielt sich anschließend mit Christian Clauß, einem der Hauptdarsteller.

Auch in den folgenden Tage wurde der Gasteig zum Treffpunkt für Filmbegeisterte mit Interesse an jüdischen und israelischen Themen. Für Literaturliebhaber erwies sich der Film „Der Übersetzer“ als cineastisches Kleinod. Der Film zeichnet ein wunderbares Portrait des Protagonisten Juri Elperin, der als bedeutendster Übersetzer russischer Literatur ins Deutsche gilt. Im anschließenden Gespräch mit seinem Enkel Daniel Elperin wurden noch weitere Facetten dieser eindrucksvollen Persönlichkeit beleuchtet. Atmosphärisch ebenfalls sehr dicht gewährte der Film „Super Women“ einen intimen Einblick in das Alltagsleben von fünf Supermarktkassiererinnen in Tel Aviv, – wahre Super Frauen werden da gezeigt, die trotz des Status am unteren Ende der sozialen Leiter ihre Würde bewahren. Dieser bemerkenswerte Film über die Klassenunterschiede wird am 15. Mai im Münchner Gewerkschaftshaus nochmals zu sehen sein.

Ganz im Zeichen Israels stand der dritte Tag des Festivals. Unser Ehrengast, der Generalkonsul des Staates Israel, Dr. Dan Shaham zeigte sich begeistert vom Dokumentarfilm „Arabic Movie“, der bei israelischen Zusehern Erinnerungen an die eigene Fernsehbiographie aufkommen ließ, versammelten sich doch viele Familien in der frühen Geschichte des israelischen Fernsehens jeden Freitagnachmittag vor dem Fernseher, um den Arabischen Film der Woche zu sehen. Mit einem ganz eigenen empathischen Blick nähert sich Regisseur Michael Pfeifenberger in seiner Dokumentation „Desert Kids“ den Identitäts- und Zukunftsentwürfen junger Leute sowohl jüdischer als auch arabischer Herkunft in der Wüste Negev und berichtete im anschließenden Filmgespräch bei vollbesetztem Saal über die Entstehungsgeschichte seines Films.

Warum sich gerade in Berlin die am schnellsten wachsende jüdische Bevölkerung Europas befindet, versuchen junge jüdische und nichtjüdische Menschen in dem Film „Germans and Jews“ zu ergründen. Im voll besetzten Saal verfolgte ein dankbares Publikum, darunter eine Gymnasialklasse aus Dänemark, das anschließende Expertengespräch mit Louis Lewitan. Ein Meisterwerk der Filmkunst hat Regisseur Marcin Wrona mit dem anschließenden Film „Dibbuk – eine Hochzeit in Polen“ geschaffen. Tief beeindruckt verließen die Zuschauer am Ende des Films den Gasteig.

Zum Finale der 6. Jüdischen Filmtage München zog der neue israelische Spielfilm „Wedding Doll“ die Zuschauer in seinen Bann. Moran Rosenblatt erhielt für ihre Rolle als Hagit den Ophir Award als Beste Hauptdarstellerin. Als letzter Film des Festivals stand die Wiederaufführung der SPIEGEL-TV-Dokumentation „Hitler und die Traumfabrik“ auf dem Programm, die den komödiantischen Umgang Hollywoods mit Hitler und dem nationalsozialistischen Größenwahn beleuchtete.

Das begeisterte Publikum war durchwegs dankbar und anerkennend für die exzellente Auswahl der Filme, die in München erstmalig zu sehen waren.

Festliche Simon-Snopkowski-Preisverleihung 2016

ein Rückblick

400 Gäste aus Politik und Kultur kamen am 28. September 2016 auf Einladung der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition in den Kaisersaal der Münchner Residenz, um der festlichen Simon-Snopkowski-Preisverleihung 2016 teilzuhaben. In Vertretung des Schirmherrn Ministerpräsidenten Horst Seehofer übermittelte Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle die Grüße der Bayerischen Staatsregierung. Ausgezeichnet wurden unter vielen Bewerbern drei Schulen aus Bayern für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung jüdischer Geschichte in Bayern und des Holocaust.

Den ersten Preis erhielt die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule Neustadt an der Aisch für ihren dokumentarischen Film „Stolpersteine“. Das Schicksal ehemaliger jüdischer Schüler, die 1934 von der Schule verwiesen wurden, veranlasste die Schüler, der Geschichte ihrer Stadt im Nationalsozialismus nachzugehen und diese in einem Dokumentarfilm festzuhalten.
Den zweiten Preis teilten sich das Dossenberger-Gymnasium Günzburg für sein Projekt „Lernzirkel Judentum“ und die Willi-Ulfig-Mittelschule Regensburg für ihr Unterrichtsprojekt „Was Juden heilig ist – Lernen an religiösen Artefakten“.

Den Ehrenpreis erhielt in diesem Jahr der Bayerische Rundfunk für seine „herausragenden Verdienste auf dem Gebiet der Förderung des Verständnisses für das Judentum im Allgemeinen, der Vermittlung politischen Zeitgeschehens und für seinen nachhaltigen Beitrag zur Erinnerungskultur“. Eine bewegende Laudatio hielt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Dr. Josef Schuster. Stellvertretend für viele Redaktionen nahm der Intendant Ulrich Wilhelm aus den Händen der Vorsitzenden der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition Ilse Ruth Snopkowski den Preis entgegen.

Springe zur Werkzeugleiste