31. Jüdische Kulturtage München

18. – 26. November 2017

Zum 31. Mal präsentieren die von der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition alljährlich organisierten Jüdischen Kulturtage München ein reiches Programm an Konzerten, Filmen, Diskussionen und Literatur, das die Diversität und Vielfältigkeit jüdischer Kultur widerspiegelt.

Freuen Sie sich auf das diesjährige Programm:

Sa., 18.11.,19:30 Uhr, Gasteig
Jasmin Tabatabai & David Klein Quartett
Eröffnungskonzert

So., 19.11.,11.30 Uhr, Gasteig
Ernst Deutsch – eine Erinnerung
mit Matthias Wegner und Dietrich Mattausch

So., 19.11.,19:00 Uhr, Gasteig
Yerushe (France)
Klezmer und vergessene jiddische Lieder

Mo., 20.11.,19.30 Uhr, Gasteig
Guy Mintus hosting Yoed Sorek
Konzert zweier Ausnahmekünstler

Di., 21.11.,19.00 Uhr, Gasteig
150 Jahre Kurt Eisner – Vortrag: Christian Ude
anschließend Gespräch mit Magnus Brechtken (Institut für Zeitgeschichte, München)

Mi., 22.11.,19.00 Uhr, Gasteig
Kabarettkonzert: Rabbiner Walter Rothschild erzählt aus seinem Leben und singt leider Lieder
Begleitet am Klavier von Max Doehlemann

Do., 23.11.,19:00 Uhr, Gasteig
Lesung Sunnyi Melles aus der Novelle „Rausch“ von Irène Némirovsky, anschließend Gespräch mit Yves Kugelmann

Sa., 25.11.,20:00 Uhr, Gasteig
Sandra Kreisler und Band
Schum Davar – Nicht glatt koschere Lieder

So., 26.11., 19:00 Uhr, Jüdisches Museum
„Unser Verein ist judenfrei!“ Ausgrenzungen im deutschen Sport
Vortrag von Sporthistoriker Lorenz Peiffer

Nachtrag zu den 6. Jüdischen Filmtagen

Friedenspreis des Deutschen Films für „Paradies“

Wir freuen uns, dass der Film “Paradies”, mit dem die 6. Jüdischen Filmtage im März d.J. eröffnet wurden, auf dem Münchner Filmfest mit dem Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke – (Bernhard-Wicki-Gedächtnis-Fonds) ausgezeichnet wurde. Regisseur Andrei Konchalovsky erhielt den Ehrenpreis, Hauptdarstellerin Julia Vysotskaya den Schauspielerpreis.

2016 wurde der Film bereits mit dem Silbernen Löwen auf den 73. Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet.

Seite zum Film

Mehr zum Friedenspreis

Hinweis auf eine Neuerscheinung

Versteckt unter der Erde –
Die Überlebensgeschichte der Familie Kasten

von Dina Dor-Kasten

Herausgeberin: Ruth Snopkowski
erschienen im Metropol-Verlag Berlin
mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e.V.
ISBN 978-3-86331-299-2

Buchvorstellungen für Bildungsinstitute buchbar unter juedischekulturmuenchen@t-online.de

Details…

Die 6. Jüdischen Filmtage München im Rückblick

Das überwältigende Publikumsinteresse an der Preview des neuen Films „Paradies“ machte zur Eröffnung der 6. Jüdischen Filmtage am Sonntag, 12. März gleich eine zweite Vorstellung nötig. Die realistisch nachgestellten Szenen aus dem 2. Weltkrieg, unterstützt durch die Schwarz-Weiß-Technik, lösten bei den Premierengästen eine starke Betroffenheit aus. Sharon Ryba-Kahn, die alle Filmgespräche moderierte, unterhielt sich anschließend mit Christian Clauß, einem der Hauptdarsteller.

Auch in den folgenden Tage wurde der Gasteig zum Treffpunkt für Filmbegeisterte mit Interesse an jüdischen und israelischen Themen. Für Literaturliebhaber erwies sich der Film „Der Übersetzer“ als cineastisches Kleinod. Der Film zeichnet ein wunderbares Portrait des Protagonisten Juri Elperin, der als bedeutendster Übersetzer russischer Literatur ins Deutsche gilt. Im anschließenden Gespräch mit seinem Enkel Daniel Elperin wurden noch weitere Facetten dieser eindrucksvollen Persönlichkeit beleuchtet. Atmosphärisch ebenfalls sehr dicht gewährte der Film „Super Women“ einen intimen Einblick in das Alltagsleben von fünf Supermarktkassiererinnen in Tel Aviv, – wahre Super Frauen werden da gezeigt, die trotz des Status am unteren Ende der sozialen Leiter ihre Würde bewahren. Dieser bemerkenswerte Film über die Klassenunterschiede wird am 15. Mai im Münchner Gewerkschaftshaus nochmals zu sehen sein.

Ganz im Zeichen Israels stand der dritte Tag des Festivals. Unser Ehrengast, der Generalkonsul des Staates Israel, Dr. Dan Shaham zeigte sich begeistert vom Dokumentarfilm „Arabic Movie“, der bei israelischen Zusehern Erinnerungen an die eigene Fernsehbiographie aufkommen ließ, versammelten sich doch viele Familien in der frühen Geschichte des israelischen Fernsehens jeden Freitagnachmittag vor dem Fernseher, um den Arabischen Film der Woche zu sehen. Mit einem ganz eigenen empathischen Blick nähert sich Regisseur Michael Pfeifenberger in seiner Dokumentation „Desert Kids“ den Identitäts- und Zukunftsentwürfen junger Leute sowohl jüdischer als auch arabischer Herkunft in der Wüste Negev und berichtete im anschließenden Filmgespräch bei vollbesetztem Saal über die Entstehungsgeschichte seines Films.

Warum sich gerade in Berlin die am schnellsten wachsende jüdische Bevölkerung Europas befindet, versuchen junge jüdische und nichtjüdische Menschen in dem Film „Germans and Jews“ zu ergründen. Im voll besetzten Saal verfolgte ein dankbares Publikum, darunter eine Gymnasialklasse aus Dänemark, das anschließende Expertengespräch mit Louis Lewitan. Ein Meisterwerk der Filmkunst hat Regisseur Marcin Wrona mit dem anschließenden Film „Dibbuk – eine Hochzeit in Polen“ geschaffen. Tief beeindruckt verließen die Zuschauer am Ende des Films den Gasteig.

Zum Finale der 6. Jüdischen Filmtage München zog der neue israelische Spielfilm „Wedding Doll“ die Zuschauer in seinen Bann. Moran Rosenblatt erhielt für ihre Rolle als Hagit den Ophir Award als Beste Hauptdarstellerin. Als letzter Film des Festivals stand die Wiederaufführung der SPIEGEL-TV-Dokumentation „Hitler und die Traumfabrik“ auf dem Programm, die den komödiantischen Umgang Hollywoods mit Hitler und dem nationalsozialistischen Größenwahn beleuchtete.

Das begeisterte Publikum war durchwegs dankbar und anerkennend für die exzellente Auswahl der Filme, die in München erstmalig zu sehen waren.

Rückblick

Die 30. Jüdischen Kulturtage München – unterhaltsam und nachhaltig – Bezirksmedaille in Gold für die Initiatorin Ilse Ruth Snopkowski

Mit einem Vortrag der Historikerin Dr. Elisabeth Fuchshuber-Weiß zur Geschichte des Davidsterns fanden die 30. Jüdischen Kulturtage München im Jüdischen Museum einen symbolhaften Abschluss. Alle Vorstellungen des zehntägigen Festivals waren bestens besucht und kamen ganz wunderbar beim Publikum an. Als musikalisches Highlight offerierte sich gleich zu Beginn das Londoner Klezmer Quartet, dessen Frauenpower und Virtuosität beim ersten Auftritt vor Münchner Publikum vollauf begeisterte. Im Carl-Orff-Saal bot das hochdekorierte und weitgereiste Berliner David Orlowsky Trio „Klezmer Klassik“ auf dem Niveau eines Giora Feidman.

Ein stark emotionaler und wichtiger Beitrag zur Erinnerung an den Holocaust stellte die bis auf den letzten Platz besuchte Buchvorstellung der auf Deutsch erschienenen Zeitzeugengeschichte „Versteckt unter der Erde“ (Metropol Verlag) dar, die Überlebensgeschichte der Familie Kasten in den Wäldern der Ukraine. Die Autorin Dina Dor-Kasten war aus Israel angereist und stellte sich dem Gespräch.

Die München-Premiere des ganz neuen Dokumentarfilms „Wir sind Juden aus Breslau“ bot im überfüllten Theatiner Filmtheater einen Einblick in das Schicksal von vierzehn überlebenden Breslauer Juden, darunter auch die beiden Schwestern Renate Lasker-Harpprecht und Anita Lasker-Wallfisch, die vor wenigen Tagen in Berlin mit dem Toleranzpreis ausgezeichnet worden sind. Der Film verharrte dabei nicht in der Vergangenheit sondern schlug den Bogen auch ins heutige Breslau, in dem Aufmärsche von rechtsextremen Gruppierungen Anlass zu große Sorge bereiten.

Ilse Ruth Snopkowski, die als Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e.V. die Jüdischen Kulturtage München von Anfang an konzipiert und organisiert hat, wurde zum Ausklang des Festivals für ihre „ehrenamtlichen Verdienste auf dem Gebiet der Kultur“ mit der Verdienstmedaille in Gold des Bezirks Oberbayern ausgezeichnet.

Eröffnung der 30. Jüdischen Kulturtage München

Die 30. Jüdischen Kulturtage wurden Sonntagabend im Münchner Gasteig eröffnet. Das London Klezmer Quartet, bestehend aus 4 Power-Frauen, erntete Begeisterungsstürme des Publikums. Darunter befanden sich Staatsminister Dr. Spaenle und viel Politprominenz sowie eine Reihe von renommierten Künstlern, wie die bekannte Schauspielerin Sunnyi Melles.

Neben einem weiteren hochkarätigen Klezmerprogramm, darunter das mit dem Echo-Klassik-Preis ausgezeichnete David Orlowsky Trio, das am Samstag, 19.11. im Gasteig erwartet wird, bieten die Jüdischen Kulturtage in dieser Woche die Buchvorstellung „Versteckt unter der Erde“ und eine spannende Podiumsdiskussion „Frauen in den abrahamitischen Religionen heute“, unter den Diskutantinnen die bekannte Buchautorin Lena Gorelik.

Karten für das Konzert des israelischen Yamma Ensembles am Dienstagabend empfehlen wir, umgehend bei München Ticket zu reservieren.

30. Jüdische Kulturtage München

In diesem Jahr begehen die alljährlich stattfindenden und von der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e.V. organisierten Jüdischen Kulturtage München, die sich zu einem festen Bestandteil des Münchner Kulturlebens entwickelt haben, ihr 30jähriges Bestehen. Auch in diesem Jubiläumsjahr wird ein vielfältiges Programm mit Konzerten, Filmen, Diskussionen und Literatur geboten, das den enormen Facettenreichtum jüdischer Kultur widerspiegelt und diesmal einen besonderen Schwerpunkt auf die weiblichen Lebenswelten setzt.

Programmübersicht

So., 13.11., 19.00 Uhr, Gasteig
London Klezmer Quartet
Eröffnungskonzert

Mo., 14.11., 19.30 Uhr, Seidl-Villa
Musik des stillen Widerstands
Lieder und Klaviermusik von Viktor Ullmann, Pavel Haas und Erwin Schulhoff

Di., 15.11., 20.00 Uhr, Gasteig
Yamma Ensemble, Israel
Music of Jewish Diaspora mit Frontsängerin Talya Solan

Mi., 16.11., 19.00 Uhr, Gasteig
Buchvorstellung „Versteckt unter der Erde“
Eine jüdische Familie überlebt die Shoah in den Wäldern
der Ukraine

Do., 17.11., 19.00 Uhr, Gasteig
„Zwischen Tradition und Emanzipation.
Frauen in den abrahamitischen Religionen heute“
Podiumsdiskussion

Sa. 19.11., 20:00 Uhr, Gasteig
David Orlowsky Trio – Klezmer Kings

So., 20.11., 11:30 Uhr, Gasteig
„Recognition“ (Hakara), Israel Dokumentarfilm 2015
München-Premiere mit Autorin Sharon Ryba-Kahn

So., 20.11., 19.00 Uhr, Gasteig
Scheiny`s All Star Yiddish Revue, Wien
Jewish-American Swing mit Deborah Gzesh

Mo., 21.11., 18.00 Uhr, Theatiner Filmtheater
„Wir sind Juden aus Breslau“
Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies
München-Premiere

Di., 22.11., 19.00 Uhr, Jüdisches Museum
„Vom Ornament zum Staatssymbol
– die Geschichte des Davidsterns“
Vortrag von Dr. Elisabeth Fuchshuber-Weiß

Festliche Simon-Snopkowski-Preisverleihung 2016

ein Rückblick

400 Gäste aus Politik und Kultur kamen am 28. September 2016 auf Einladung der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition in den Kaisersaal der Münchner Residenz, um der festlichen Simon-Snopkowski-Preisverleihung 2016 teilzuhaben. In Vertretung des Schirmherrn Ministerpräsidenten Horst Seehofer übermittelte Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle die Grüße der Bayerischen Staatsregierung. Ausgezeichnet wurden unter vielen Bewerbern drei Schulen aus Bayern für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung jüdischer Geschichte in Bayern und des Holocaust.

Den ersten Preis erhielt die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule Neustadt an der Aisch für ihren dokumentarischen Film „Stolpersteine“. Das Schicksal ehemaliger jüdischer Schüler, die 1934 von der Schule verwiesen wurden, veranlasste die Schüler, der Geschichte ihrer Stadt im Nationalsozialismus nachzugehen und diese in einem Dokumentarfilm festzuhalten.
Den zweiten Preis teilten sich das Dossenberger-Gymnasium Günzburg für sein Projekt „Lernzirkel Judentum“ und die Willi-Ulfig-Mittelschule Regensburg für ihr Unterrichtsprojekt „Was Juden heilig ist – Lernen an religiösen Artefakten“.

Den Ehrenpreis erhielt in diesem Jahr der Bayerische Rundfunk für seine „herausragenden Verdienste auf dem Gebiet der Förderung des Verständnisses für das Judentum im Allgemeinen, der Vermittlung politischen Zeitgeschehens und für seinen nachhaltigen Beitrag zur Erinnerungskultur“. Eine bewegende Laudatio hielt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Dr. Josef Schuster. Stellvertretend für viele Redaktionen nahm der Intendant Ulrich Wilhelm aus den Händen der Vorsitzenden der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition Ilse Ruth Snopkowski den Preis entgegen.

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