Rückblick

Die 30. Jüdischen Kulturtage München – unterhaltsam und nachhaltig – Bezirksmedaille in Gold für die Initiatorin Ilse Ruth Snopkowski

Mit einem Vortrag der Historikerin Dr. Elisabeth Fuchshuber-Weiß zur Geschichte des Davidsterns fanden die 30. Jüdischen Kulturtage München im Jüdischen Museum einen symbolhaften Abschluss. Alle Vorstellungen des zehntägigen Festivals waren bestens besucht und kamen ganz wunderbar beim Publikum an. Als musikalisches Highlight offerierte sich gleich zu Beginn das Londoner Klezmer Quartet, dessen Frauenpower und Virtuosität beim ersten Auftritt vor Münchner Publikum vollauf begeisterte. Im Carl-Orff-Saal bot das hochdekorierte und weitgereiste Berliner David Orlowsky Trio „Klezmer Klassik“ auf dem Niveau eines Giora Feidman.

Ein stark emotionaler und wichtiger Beitrag zur Erinnerung an den Holocaust stellte die bis auf den letzten Platz besuchte Buchvorstellung der auf Deutsch erschienenen Zeitzeugengeschichte „Versteckt unter der Erde“ (Metropol Verlag) dar, die Überlebensgeschichte der Familie Kasten in den Wäldern der Ukraine. Die Autorin Dina Dor-Kasten war aus Israel angereist und stellte sich dem Gespräch.

Die München-Premiere des ganz neuen Dokumentarfilms „Wir sind Juden aus Breslau“ bot im überfüllten Theatiner Filmtheater einen Einblick in das Schicksal von vierzehn überlebenden Breslauer Juden, darunter auch die beiden Schwestern Renate Lasker-Harpprecht und Anita Lasker-Wallfisch, die vor wenigen Tagen in Berlin mit dem Toleranzpreis ausgezeichnet worden sind. Der Film verharrte dabei nicht in der Vergangenheit sondern schlug den Bogen auch ins heutige Breslau, in dem Aufmärsche von rechtsextremen Gruppierungen Anlass zu große Sorge bereiten.

Ilse Ruth Snopkowski, die als Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e.V. die Jüdischen Kulturtage München von Anfang an konzipiert und organisiert hat, wurde zum Ausklang des Festivals für ihre „ehrenamtlichen Verdienste auf dem Gebiet der Kultur“ mit der Verdienstmedaille in Gold des Bezirks Oberbayern ausgezeichnet.

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