{"id":99,"date":"2005-11-28T17:06:16","date_gmt":"2005-11-28T16:06:16","guid":{"rendered":"https:\/\/jkm.webkonzeption.info\/?p=99"},"modified":"2013-11-28T17:13:02","modified_gmt":"2013-11-28T16:13:02","slug":"19-juedische-kulturtage-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/?p=99","title":{"rendered":"19. J\u00fcdische Kulturtage M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sepharad 2005<\/strong><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<table class=\"table\">\n<tr>\n<td>\nSa 19.11. 19.00 Uhr, Gasteig, Carl-Orff-Saal\n<\/td>\n<td>Er\u00f6ffnungskonzert Aman Aman, Valencia<br \/>\nSephardische Lieder aus Orient und Okzident\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nSo 20.11. 19.30 Uhr Gasteig, Carl-Orff-Saal\n<\/td>\n<td>Los Desterrados, London<br \/>\nSephardic Flamenco Folk Music\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nMo 21.11. 18.30 Uhr Gasteig, Kleiner Konzertsaal\n<\/td>\n<td>Juden in der islamischen Welt<br \/>\nVortrag Dr. Eli Bar Chen\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nMo 21.11. 20.00 Uhr Gasteig, Kleiner Konzertsaal\n<\/td>\n<td>Rote Tropfen streut der Mohn<br \/>\nLiterarisch-musikalische Hommage an Theodor Kramer\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nDi 22.11. 18.30 Uhr Gasteig, Black Box\n<\/td>\n<td>Juden im Maghreb<br \/>\nVortrag Dr. Eli Bar Chen\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nDi 22.11. 20.00 Uhr Gasteig, Black Box\n<\/td>\n<td>Sandra Bessis &#038; Ensemble<br \/>\nBodas &#8211; i otras kantigas<br \/>\nSephardische Lieder aus dem Mittelmeerraum\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nMi 23.11. 20.00 Uhr Gasteig, Black Box\n<\/td>\n<td>NIKITOV, Amsterdam<br \/>\nYiddish Songs meet Gypsy Jazz\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nDo 24.11. 19.00 Uhr Seidlvilla\n<\/td>\n<td>Israelischer Tanzworkshop<br \/>\nEinf\u00fchrungskurs mit Matti Goldschmidt\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nSa 26.11. 20.00 Uhr Gasteig, Carl-Orff-Saal\n<\/td>\n<td>Eyal Sela &#038; Darma, Israel<br \/>\nThe mysterious Dances of Mount Meron\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nSo 27.11. 11.00 Uhr Gasteig, Vortragssaal der Bibliothek\n<\/td>\n<td>Filmmatinee: Israel Close Up<br \/>\nDeutsch-israelische Dokumentarkurzfilme\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nSo 27.11. 19.30 Uhr Gasteig, Kleiner Konzertsaal\n<\/td>\n<td>Klezmer en Buenos Aires<br \/>\nLerner &#038; Moguilevski Duo mit neuem Programm<br \/>\nendlich wieder in M\u00fcnchen\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nMo 28.11. 20.00 Uhr Allotria\/K\u00fcnstlerhaus am Lenbachplatz\n<\/td>\n<td>Echos aus Sepharad<br \/>\nMusik und Rezitation mit Andrea Giani u.a.\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nDi 29.11. 19.30 Uhr Instituto Cervantes\n<\/td>\n<td>Jos\u00e9 Guillermo Memo \u00c1njel: Das meschuggene Jahr<br \/>\nLesung (Spanisch\/Deutsch)\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><em>Veranstalter: Gesellschaft zur F\u00f6rderung j\u00fcdischer Kultur und Tradition e.V., M\u00fcnchen<br \/>\n<\/em><\/p>\n<h4>19. J\u00fcdische Kulturtage M\u00fcnchen<\/h4>\n<p><strong>19.-29. November 2005<br \/>\nSepharad 2005<\/strong><\/p>\n<p>Das Jahr 1492 bescherte Spanien zwei Ereignisse, die von nachhaltiger Bedeutung f\u00fcr die Weltgeschichte wurden. Neben der Entdeckung Amerikas fand eine Jahrhunderte w\u00e4hrende, friedliche Koexistenz dreier Kulturen ihr Ende als Folge der Eroberung des K\u00f6nigreichs Granada durch die Katholischen K\u00f6nige und ihre Entscheidung, die Juden des Landes zu verweisen, falls sie nicht den katholischen Glauben annehmen wollten.<\/p>\n<p>Es ist wohl bekannt, dass w\u00e4hrend einiger Jahrhunderte die damals weltweit wichtigste j\u00fcdische Ansiedlung in Sepharad, der Iberischen Halbinsel, eine Bl\u00fctezeit hatte. Sie war beispielgebend f\u00fcr ihr Konzept der Selbstverwaltung, die Interpretation talmudischer Gesetze und andere wichtige Aspekte j\u00fcdischen Glaubens. Die j\u00fcdischen Gemeinden erfreuten sich verdienterma\u00dfen eines hohen Ansehens, wie der Beiname der Stadt Toledo beweist, die auch als \u201eJerusalem von Sepharad\u201c bezeichnet wurde. Barcelona, Gerona, Zaragoza, Tudela, Sevilla, Cordoba und Lucena waren andere St\u00e4dte, deren Namen f\u00fcr immer mit der Geschichte der spanischen Juden verbunden blieben.<\/p>\n<p>In diesen St\u00e4dten lebten und arbeiteten Dichter, Denker, Talmudisten und Wissenschaftler, die durch ihr Werk die universelle Kultur ihrer Zeit bereicherten. Einige der ber\u00fchmtesten j\u00fcdischen Dichter wie Judah Ha-levi, Samuel Ibn Nagrela, Salomon Ibn Gabirol und Moses Ibn Eszra entstammten dem spanischen Judentum und ebenso bedeutsame Philosophen wie Maimonides, Nachmanides und Crescas.<\/p>\n<p>Nicht zu vergessen sind im Kontext der spanischen und europ\u00e4ischen Kultur die Beitr\u00e4ge spanischer Juden an der \u00dcbersetzerschule von Toledo und ihre wissenschaftlichen Leistungen in Astronomie, Kartographie, Medizin, Mathematik und anderen Gebieten.<\/p>\n<p>Bemerkenswert war auch die Beraterrolle, die Juden bei Hofe, als Politiker, Finanziers und Gemeindef\u00fchrer spielten. Viele Juden waren Minister an muslimischen und christlichen H\u00f6fen zu einer Zeit, zu der dies in anderen L\u00e4ndern Europas nicht denkbar gewesen w\u00e4re. Die F\u00fchrer der j\u00fcdischen Gemeinden schufen Gesetze und Richtlinien, die das Leben sephardischer Gemeinden auf der ganzen Welt bis zum heutigen Tage beeinflussen.<\/p>\n<p>Die Vertreibung der Juden aus Spanien f\u00fchrte zur Verbreitung des judeo-spanischen Erbes bis in die entferntesten Ecken der Welt. Von den Spanien benachbarten L\u00e4ndern aus wie Nordafrika, Frankreich, Italien und Portugal  bis Nordeuropa (Amsterdam, Hamburg, London) und den L\u00e4ndern des Mittelmeeres, allen voran dem Osmanischen Reich, verbreiteten die spanischen Juden ihre Religion und Sprache.<\/p>\n<p>Saloniki, Konstantinopel, Belgrad, Sofia, Alexandria, Jerusalem und andere Zentren im \u00f6stlichen Mittelmeer bildeten eine Art \u201eMagna Sepharad\u201c, wo sephardische Literatur entstand und sich verbreitete. Auf diese Weise haben die Nachfahren der spanischen Juden des Mittelalters im Mittelmeerraum und in Europa ihre Sprache, das Ladino, als Ausdruck ihrer spezifischen Kultur, zum einen j\u00fcdisch, zum anderen spanisch, erhalten. Auch wenn heute die enge Bindung an diese Sprache und Kultur geschwunden ist, bleibt ihre Lebensf\u00fchrung gepr\u00e4gt von ihrem spanischen Ursprung.<\/p>\n<p>Es darf nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass von 1943 \u2013 1945 eine Vielzahl von sephardischen Juden in die H\u00e4nde der nationalsozialistischen Gewaltverbrecher fiel, vor allem in Jugoslawien, Albanien und Griechenland. Mindestens 140.000 Sepharden fanden den Tod. Die Bev\u00f6lkerung von Saloniki zum Beispiel bestand zu diesem Zeitpunkt \u00fcberwiegend aus Juden. Der neue \u201eBestimmungsort\u201c hie\u00df Auschwitz.<\/p>\n<p>Mit der Staatsgr\u00fcndung Israels konnte die Mehrzahl der nordafrikanischen Juden, die in ihren Heimatl\u00e4ndern durch zunehmenden islamischen Religionsfanatismus bedroht wurden, nach Israel auswandern. Die einst bl\u00fchenden j\u00fcdischen Gemeinden in den Mittelmeerl\u00e4ndern sind heute kleine Minderheiten. In alle Welt verstreut versuchen die einstigen Sepharden jedoch ihr Erbe, gepr\u00e4gt von den L\u00e4ndern, in denen sie Jahrhunderte lang Exil fanden, zu bewahren.<\/p>\n<p>Die 19. J\u00fcdischen Kulturtage M\u00fcnchen fokussieren dieses Erbe. Zahlreiche Veranstaltungen wie das Er\u00f6ffnungskonzert, ausgef\u00fchrt von der Musikgruppe \u201eAman, Aman\u201c aus Valencia (19.11.) sowie der Auftritt der Gruppe \u201eLos Desterrados\u201c aus London (20.11.) vermitteln einen Eindruck, wie heute sephardische Musik interpretiert wird. Sephardische Musik aus Nordafrika bringt die aus Tunesien stammende Sandra Bessis &#038; Ensemble zum Erklingen (22.11.) Der Historiker Eli Bar-Chen (LMU M\u00fcnchen) wird in seinen Vortr\u00e4gen \u00fcber \u201eDie Juden in der islamischen Welt\u201c (21.11.) und \u201eDie Juden des Maghreb\u201c (Marokko, Tunesien, Algerien) (22.11.) ihre hier weniger bekannte Geschichte n\u00e4her bringen.<\/p>\n<p>Am 25.11. wird die sechsk\u00f6pfige, israelische Musikgruppe \u201eEyal Sela &#038; Darma\u201c ihr M\u00fcnchner Deb\u00fct geben. Aschkenasische und sephardische Instrumentalisten bringen Musik zu Geh\u00f6r, die von der Mystik des Berges Meron durchdrungen ist. Ihr Programm \u201eCall of the Mountain\u201c hat bereits weltweit Festivalpublikum fasziniert.<\/p>\n<p>Wer israelische T\u00e4nze lernen m\u00f6chte, ist bei Matti Goldschmidt am 24.11. in der Seidlvilla an der richtigen Adresse. Klezmermelodien, die auf J\u00fcdischen Kulturtagen in M\u00fcnchen nicht fehlen d\u00fcrfen, pr\u00e4sentiert am 23.11. die niederl\u00e4ndische Gruppe \u201eNikitov\u201c, und am 27.11. ist das neue Programm des Duos  Lerner &#038; Moguilevsky \u201eKlezmer en Buenos Aires\u201c zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Zwei Abende sind der Literatur gewidmet: Am 21.11. das literarisch-musikalische Programm \u201eRote Tropfen streut der Mohn\u201c nach Texten des \u00f6sterreichischen Lyrikers Theodor Kramer, dessen Gedichte in den 20er und 30er Jahren zu den meistgedruckten im deutschsprachigen Raum geh\u00f6rten, und am 29.11. eine Lesung des kolumbianischen Schriftstellers Jos\u00e9 Guillermo Memo \u00c1njel aus seinem Roman \u201eDas meschuggene Jahr\u201c (Spanisch\/Deutsch) im Instituto Cervantes (Spanisches Kulturinstitut.<\/p>\n<p>Zum Abschluss der 19. J\u00fcdischen Kulturtage l\u00e4dt \u201ejourfixe-muenchen.de\u201c zu einem charismatischen Abend \u201eEchos aus Sepharad\u201c, unter anderem mit der in M\u00fcnchen bekannten und beliebten S\u00e4ngerin Andrea Gianni, ein (28.11., K\u00fcnstlerhaus am Lenbachplatz) ein.<\/p>\n<p>In Zeiten sinkender F\u00f6rderma\u00dfnahmen ist die Gesellschaft zur F\u00f6rderung j\u00fcdischer Kultur und Tradition e.V. froh, dem interessierten Publikum wieder ein so umfangreiches und qualit\u00e4tvolles Festivalprogramm pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Dies wurde erm\u00f6glicht durch die Unterst\u00fctzung des Bayerischen Staatsministeriums f\u00fcr Unterricht und Kultus, des Kulturreferats der LH M\u00fcnchen sowie der Niederl\u00e4ndischen und \u00d6sterreichischen Generalkonsulate.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sepharad 2005<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-99","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-29"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=99"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/99\/revisions\/100"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=99"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=99"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=99"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}