{"id":568,"date":"2010-10-17T13:35:10","date_gmt":"2010-10-17T11:35:10","guid":{"rendered":"https:\/\/jkm.webkonzeption.info\/?p=568"},"modified":"2013-12-17T13:37:01","modified_gmt":"2013-12-17T12:37:01","slug":"jubilaeumskonzert-200-jahre-synagogenorgel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/?p=568","title":{"rendered":"Jubil\u00e4umskonzert 200 Jahre Synagogenorgel"},"content":{"rendered":"<p>Das Jahr 1810 stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der synagogalen Musik dar. War w\u00e4hrend all der Jahrhunderte nach der Zerst\u00f6rung des Jerusalemer Tempels 70 n.d.Z. die instrumentale Musik aus der j\u00fcdischen Liturgie verschwunden, so kehrte sie nun zur\u00fcck. In Seesen am Harz lie\u00df der j\u00fcdische Kammeragent Israel Jacobson in der Synagoge seines \u201eReligions- und Industrieinstituts&#8220;, das j\u00fcdische wie christliche Sch\u00fcler ausbildete, eine Orgel einbauen. Die Erfolgsgeschichte der Synagogenorgel begann.<\/p>\n<p>Unumstritten war das Instrument innerhalb des Judentums nie. Vielen schien es zu christlich, manche wollten an dem Verzicht auf Instrumentalmusik w\u00e4hrend des Gottesdienstes festhalten. Dennoch besa\u00dfen zu Beginn des 20. Jahrhunderts \u00fcber 130 Synagogen auf dem Gebiet des Deutschen Reiches Orgeln. Zahlreiche Kompositionen f\u00fcr Kantor, Chor und Orgelbegleitung entstanden, auch einige wenige Orgelwerke solistischen Charakters. 1938 setzte die Reichspogromnacht dieser Entwicklung ein j\u00e4hes Ende.<\/p>\n<p>Das Europ\u00e4ische Zentrum f\u00fcr J\u00fcdische Musik erinnert mit der Konzertreihe \u201e200 Jahre Synagogenorgel&#8220; an diesen Wendepunkt. Einen Schwerpunkt im Konzertprogramm bilden die gro\u00dfen Reformer der j\u00fcdischen Sakralmusik, die sich f\u00fcr die Verwendung der Orgel in der Synagogenmusik eingesetzt haben: Salomon Sulzer (1804 \u2013 1890) aus Wien, Louis Lewandowski (1821 \u2013 1894) aus Berlin und Samuel Naumbourg (1816 \u2013 1880) aus Paris. Als Komponist, der die Neuerungen in der j\u00fcdischen Liturgie auf nieders\u00e4chsischem Gebiet zu musikalischen Meisterwerken f\u00fchrte, tritt Alfred Rose in Erscheinung, der Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts lange Zeit als Chorleiter an der hannoverschen Synagoge wirkte. Und auch die Br\u00fcckenbauer zwischen j\u00fcdischer und christlicher Sakralmusik stellt das Programm vor: Franz Schubert (1797 \u2013 1828), dessen deutschsprachige Psalmvertonung neben einer hebr\u00e4ischsprachigen f\u00fcr die Wiener Synagoge steht, und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 \u2013 1847), der aus seinem j\u00fcdischen Hintergrund heraus kirchenmusikalische Meisterwerke schuf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr 1810 stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der synagogalen Musik dar. War w\u00e4hrend all der Jahrhunderte nach der Zerst\u00f6rung des Jerusalemer Tempels 70 n.d.Z. die instrumentale Musik aus der j\u00fcdischen Liturgie verschwunden, so kehrte sie nun zur\u00fcck. In Seesen am Harz lie\u00df der j\u00fcdische Kammeragent Israel Jacobson in der Synagoge seines \u201eReligions- und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":571,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-568","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-9"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=568"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/568\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":570,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/568\/revisions\/570"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/571"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}