{"id":1953,"date":"2017-03-30T11:02:02","date_gmt":"2017-03-30T09:02:02","guid":{"rendered":"https:\/\/jkm.webkonzeption.info\/?p=1953"},"modified":"2018-02-26T09:46:09","modified_gmt":"2018-02-26T08:46:09","slug":"die-6-juedischen-filmtage-muenchen-im-rueckblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juedischekulturmuenchen.de\/?p=1953","title":{"rendered":"Die 6. J\u00fcdischen Filmtage M\u00fcnchen im R\u00fcckblick"},"content":{"rendered":"<p>Das \u00fcberw\u00e4ltigende Publikumsinteresse an der Preview des neuen Films \u201eParadies\u201c machte zur Er\u00f6ffnung der 6. J\u00fcdischen Filmtage am Sonntag, 12. M\u00e4rz gleich eine zweite Vorstellung n\u00f6tig. Die realistisch nachgestellten Szenen aus dem 2. Weltkrieg, unterst\u00fctzt durch die Schwarz-Wei\u00df-Technik, l\u00f6sten bei den Premiereng\u00e4sten eine starke Betroffenheit aus. Sharon Ryba-Kahn, die alle Filmgespr\u00e4che moderierte, unterhielt sich anschlie\u00dfend mit Christian Clau\u00df, einem der Hauptdarsteller.<\/p>\n<p>Auch in den folgenden Tage wurde der Gasteig zum Treffpunkt f\u00fcr Filmbegeisterte mit Interesse an j\u00fcdischen und israelischen Themen. F\u00fcr Literaturliebhaber erwies sich der Film \u201eDer \u00dcbersetzer\u201c als cineastisches Kleinod. Der Film zeichnet ein wunderbares Portrait des Protagonisten Juri Elperin, der als bedeutendster \u00dcbersetzer russischer Literatur ins Deutsche gilt. Im anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ch mit seinem Enkel Daniel Elperin wurden noch weitere Facetten dieser eindrucksvollen Pers\u00f6nlichkeit beleuchtet.  Atmosph\u00e4risch ebenfalls sehr dicht gew\u00e4hrte der Film \u201eSuper Women\u201c einen intimen Einblick in das Alltagsleben von f\u00fcnf Supermarktkassiererinnen in Tel Aviv, &#8211; wahre Super Frauen werden da gezeigt, die trotz des Status am unteren Ende der sozialen Leiter ihre W\u00fcrde bewahren. Dieser bemerkenswerte Film \u00fcber die Klassenunterschiede wird am 15. Mai im M\u00fcnchner Gewerkschaftshaus nochmals zu sehen sein. <\/p>\n<p>Ganz im Zeichen Israels stand der dritte Tag des Festivals. Unser Ehrengast, der Generalkonsul des Staates Israel, Dr. Dan Shaham zeigte sich begeistert vom Dokumentarfilm \u201eArabic Movie\u201c, der bei israelischen Zusehern Erinnerungen an die  eigene Fernsehbiographie aufkommen lie\u00df, versammelten sich doch viele Familien in der fr\u00fchen Geschichte des israelischen Fernsehens jeden Freitagnachmittag vor dem Fernseher, um den Arabischen Film der Woche zu sehen. Mit einem ganz eigenen empathischen Blick n\u00e4hert sich Regisseur Michael Pfeifenberger in seiner Dokumentation \u201eDesert Kids\u201c den Identit\u00e4ts- und Zukunftsentw\u00fcrfen junger Leute sowohl j\u00fcdischer als auch arabischer Herkunft in der W\u00fcste Negev und berichtete im anschlie\u00dfenden Filmgespr\u00e4ch bei vollbesetztem Saal \u00fcber die Entstehungsgeschichte seines Films. <\/p>\n<p>Warum sich gerade in Berlin die am schnellsten wachsende j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung Europas befindet, versuchen junge j\u00fcdische und nichtj\u00fcdische Menschen in dem Film \u201eGermans and Jews\u201c zu ergr\u00fcnden. Im voll besetzten Saal verfolgte ein dankbares Publikum, darunter eine Gymnasialklasse aus D\u00e4nemark, das anschlie\u00dfende Expertengespr\u00e4ch mit Louis Lewitan. Ein Meisterwerk der Filmkunst hat Regisseur Marcin Wrona mit dem anschlie\u00dfenden Film \u201eDibbuk \u2013 eine Hochzeit in Polen\u201c geschaffen. Tief beeindruckt verlie\u00dfen die Zuschauer am Ende des Films den Gasteig. <\/p>\n<p>Zum Finale der 6. J\u00fcdischen Filmtage M\u00fcnchen zog der neue israelische Spielfilm \u201eWedding Doll\u201c die Zuschauer in seinen Bann. Moran Rosenblatt erhielt f\u00fcr ihre Rolle als Hagit den Ophir Award als Beste Hauptdarstellerin. Als letzter Film des Festivals stand die Wiederauff\u00fchrung der SPIEGEL-TV-Dokumentation \u201eHitler und die Traumfabrik\u201c auf dem Programm, die den kom\u00f6diantischen Umgang Hollywoods mit Hitler und dem nationalsozialistischen Gr\u00f6\u00dfenwahn beleuchtete. <\/p>\n<p>Das begeisterte Publikum war durchwegs dankbar und anerkennend f\u00fcr die exzellente Auswahl der Filme, die in M\u00fcnchen erstmalig zu sehen waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u00fcberw\u00e4ltigende Publikumsinteresse an der Preview des neuen Films \u201eParadies\u201c machte zur Er\u00f6ffnung der 6. J\u00fcdischen Filmtage am Sonntag, 12. 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